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Holzboden abschleifen

Holzboden abschleifen und versiegeln kann jeder mit etwas handwerklichem Geschick.
Wenn der Holzboden neu versiegelt oder geölt werden soll, muss zuerst die alte Schicht abgetragen werden. Bei neueren Holzböden reicht es, wenn eine glatte Oberfläche geschaffen wird, bei älteren sollte jedoch bis auf die Holzschicht abgeschliffen werden.
Dazu sind im Regelfall vier bis fünf Schleifgänge erforderlich.
Zuerst sollten jedoch alle Möbel und Gegenstände entfernt werden um eine freie Arbeitsfläche zu erhalten. Auch Fußleisten müssen abmontiert werden. Es ist wichtig den Boden auf vorstehende Nagelköpfe zu überprüfen, da diese nicht nur das Schleifmaterial beschädigen können, sondern sogar durch Funkenbildung den Beutel mit dem Schleifmehl entzünden können.
Ist der HolzBoden nicht stark beschädigt, sondern weist nur Laufspuren auf oder soll einheitlicher wirken, so reicht ein einmaliges Abschleifen, damit der Lack aufgeraut wird und sich mit der neuen Schicht verbinden kann. Alle anderen Arbeit erfordern mehrmaliges Abschleifen. Normalerweise werden größtenteils Bänder der Körnung 24 – 36 – 60 – 100 benutzt, wobei für den Grundschliff Korn 24 verwendet wird. Nach dem Grundschliff sollten keine Farbreste oder Überstände vorhanden sein. Mittel- und Feinschliff sorgen dann für eine glatte Oberfläche.
Die Schleifrichtung ist vom Holzboden abhängig. Einfachen Dielenboden schleift man parallel zum Dielenverlauf. Sind die Unebenheiten allerdings sehr groß, so kann man auch diagonal schleifen, um sie schneller zu beseitigen.
Es ist äußerst wichtig die Schleifmaschine ruhig und kontinuierlich zu bewegen. Solange sie in Betrieb ist und Kontakt zum Boden hat, darf man keinesfalls stehen bleiben oder die Richtung wechseln. Auch sollte man die Walze zu Beginn und Ende jeder Spur kurz anheben und erst nach dem Spurwechsel vorsichtig wieder heruntergelassen werden. Zwangsläufig ergibt sich bei der Arbeit ein Rand von ca. 1 m. Dieser wird in umgekehrter Richtung geschliffen. Der Übergang sollte in Richtung des Lichteinfalls liegen, damit er nicht so auffällt.
Die verbleibenden Ecken und Ränder werden mit einem Tellerrandschleifer und der gleichen Körnung wie im restlichen Raum geschliffen. Der letzte Schritt erfolgt auch hier mit 100er Körnung. Vor der letzten Schleifung sollte man jedoch auf Fugen und Risse achten und diese mit Fugenkittlösung spachteln. Nachdem die Masse getrocknet ist, wird die letzte Schleifung vorgenommen.

Eine Versiegelung besteht normalerweise aus einer Schicht Grundierung und zwei Schichten Lack. Zuerst sollte der Boden sehr gründlich gesaugt werden. Dann trägt man die Grundierung mit einer kurzfloorigen Walze so auf, dass man von der Lichtquelle weg arbeitet. Nach ungefähr vier Stunden (Herstellerangaben beachten) erfolgt die erste Lackschicht, die genauso wie die Grundierung aufgetragen wird. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Anschließend muss man erneut schleifen (125er Körnung), gründlich saugen und die zweite Schicht auftragen. Nach ungefähr 12 Stunden ist der Boden wieder begehbar und nach zwei Wochen sind auch scharfe Putzmittel für ihn kein Problem mehr. Eine dritte Schicht macht den Boden besonders widerstandsfähig.